Unser Sommer mit Hund: ruhig, schattig und mit kaltem Tee
Wenn andere im Sommer nach neuen Ausflugszielen suchen, suchen wir vor allem nach der richtigen Uhrzeit. Unser Sommer mit unserem Hund Oslo folgt einem festen, ziemlich unspektakulären Rhythmus – aber genau der macht die heißen Wochen für uns erträglich.
Bevor die Sonne über dem Berg ist
Wir stehen auf, bevor die Sonne richtig da ist – meistens ganz ohne Wecker, weil wir uns diese Routine über die Zeit einfach angewöhnt haben. Dafür gehen wir abends auch entsprechend früh schlafen. Bei 19 bis 23 Grad gehen wir dann unsere große Runde. Oslo darf in seinem Tempo ausgiebig schnüffeln, und wenn es noch kühl genug ist, apportieren wir ein bisschen. Das liebt er. Wasser ist immer dabei, in unserer Tragetasche.

Der lange, ruhige Vormittag
Nach dem Frühstück passiert für Oslo lange nichts – und das ist auch so gewollt. Die Wohnung wird nachts gelüftet, früh morgens wird alles zugemacht, damit es drinnen möglichst lange kühl bleibt. Mehr ist an unseren Vormittagen nicht geplant. Oslo schläft zufrieden, wir arbeiten.
Mittags im Garten
Gegen Mittag geht es noch einmal kurz raus, für eine kleine Löserunde im Garten. Da es hier im Süden oft schon mittags über 30 Grad hat, gibt es mittags kein Programm, kein Spaziergang – nur das Nötigste.
Nachmittags, kurz mit dem Auto
Am Nachmittag fahren wir kurz mit dem Auto zu einem Park in der Nähe. Dort gibt es einen schattigen Trampelpfad statt geteerter Wege – das schont Oslos Pfoten. Auch hier haben wir Wasser dabei. Die Runde ist kurz, meistens gehen wir sie nur, weil Oslo um diese Zeit noch einmal groß muss.
Wir fahren nicht an Seen
An Seen fahren wir mit Oslo gar nicht erst. Er mag Wasser einfach nicht – er schwimmt nicht, und selbst mit den Pfoten geht er nur nach viel Überredung hinein. Deshalb lassen wir das komplett, zumal es bei uns im Sommer inzwischen schon vormittags über 30 Grad hat und ich um diese Zeit ohnehin nicht mehr mit ihm rausgehen möchte.
Abends, wenn es nicht mehr über 30 Grad hat
Nach dem Abendessen, gegen 20 Uhr, gehen wir noch eine Runde – aber nur, wenn es nicht mehr über 30 Grad hat. Sonst gehen wir nur eine kurze Löserunde. Danach ist der Tag für uns vorbei. Die nächste richtige große Runde kommt erst wieder am nächsten Morgen.
Futter im Sommer ist schwierig
Ein ehrlicher Einblick. Bei Hitze, frisst Oslo nicht gut. Manchmal möchte er den ganzen Tag nichts. Und wenn die Hündin von den Nachbarn dann auch noch läufig wird, ist es wirklich schwierig. Wir haben daher zusätzlich zu Oslos Barf noch ein Ersatzfutter, das trocken und magenschonend ist und wir von Oslos Tierarzt empfohlen bekommen haben. Damit können wir extreme Tage überbrücken ohne Barf auftauen und unter Umständen wegschmeißen zu müssen.
Und wie kühle ich mich im Sommer runter?
Ich lieeebe kalten Tee, den ich mir morgens in einer Kanne abkühlen lasse. Das ist das leckerste Kaltgetränk überhaupt.
Pools und Seen mag ich übrigens auch nicht so :-)
Was sich bei uns sonst noch bewährt hat
Ein paar Dinge haben wir über die Zeit gelernt, die speziell zu Oslo passen, aber vielleicht nicht zu jedem Hund passen müssen: Er liegt nicht gerne auf etwas drauf, deshalb nutzt er keine Kühlmatte – der Fliesenboden reicht ihm völlig. Hundeeis mag er nicht, er ist da ziemlich mäkelig. Dafür darf er ab und zu an einem Joghurt aus dem Kühlschrank schlecken, wenn er möchte. Aber nur aus dem Kühlschrank, nicht gefroren – das mag er nämlich auch nicht ;-) Wir haben einen kleinen Hundepool im Garten, den wir aber meiden, sobald es zu heiß ist – dann ist es drinnen einfach angenehmer. Außerdem geht Oslo nur mit Überredug hinein. An manchen Sommertagen verbringen wir Nachmittag und Abend im Gästezimmer im Keller, dem kühlsten Raum bei uns. Oslo ist dort besonders entspannt. Vor allem an den Tagen über 40 Grad, ist das unsere Rettung.
Wenn ich merke, dass er Lust hat – was bei der Hitze eher selten vorkommt, meistens ist er dann eher schlapp –, üben wir mit einem kleinen Agility-Set langsame Übungen, zum Beispiel über Stangen gehen. Mal seitwärts, mal rückwärts, eben etwas für die Konzentration. Aber auch das nur früh morgens oder im kühlen Keller. Bei Wärme zwinge ich ihn zu nichts.
Das ist kein Ratgeber mit Tipps für jeden Hund – nur unser eigener, ziemlich unaufgeregter Rhythmus für die heißen Wochen. Vielleicht erkennst du dich oder deinen Hund in der einen oder anderen Gewohnheit wieder. Vielleicht sieht euer Sommer aber auch ganz anders aus – und das ist genauso richtig.